Bauanleitung Gartenarche



Die Arche Noah gewährte nach der biblischen Geschichte allen Tieren, die einer Gefahr ausgesetzt waren, einen sicheren Schutz vor der Sintflut. Eine sogenannte Gartenarche verfolgt ein ähnliches Konzept. Auch sie soll gefährdeten Pflanzen eine Art Schutz vor der Zerstörung und Ausrottung durch den Menschen und seiner Umwelt bieten. Darüber hinaus offeriert eine Gartenarche nicht nur seltenen Pflanzen Schutz, sondern auch Tieren, denen in einem speziellen Umfeld Möglichkeiten zum Unterschlupf und zum Nester bauen gegeben wird. In den folgenden Abschnitten findet man nützliche Hinweise, wo und wie man eine Gartenarche selber bauen kann. In der modernen Landwirtschaft bleibt keine Fläche ungenutzt. Wegraine, wilde Hecken und Totholz, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten üblich waren, finden sich kaum noch. Auch die Gärten wirken mit ihren Rasenflächen und sorgsam gepflegten Anpflanzungen meist sehr sauber und ordentlich. Das mag zwar schön anzusehen sein, macht es aber den einheimischen Tieren schwer einen geeigneten Lebensraum zu finden.

Lebensräume schaffen

Besonders für die auch für den Garten nützlichen und als Nahrung für Singvögel dienenden Insekten gibt es oft kaum noch geeignete Nistmöglichkeiten. Mit wenig Aufwand kann aber mit einer selbst gebauten Bartenarche den unterschiedlichsten Insekten eine neue Heimat geboten werden.

Der optimale Standort einer Gartenarche

Um die Arche wirkungsvoll nutzen zu können, sollte sie eine gewisse Größe aufweisen. Schließlich sollte die Gartenarche ja auch für seltene Tierarten einen Unterschlupf bieten. Und diese sollen sich wohlfühlen und eine die Ruhefläche auch sicht- und hörbar spüren. Eine zu kleine Fläche würde im Garten schlichtweg untergehen. Zudem sollte die Gartenarche in einer ruhigen Zone untergebracht werden. Die Entfernung zur Straße oder zu anderen Lärmquellen sollte nach Möglichkeit entsprechend groß sein. Darüber hinaus kann auch ein kleiner Weg oder ein Zugang zum Haus eher einen störenden Einfluss haben. Der Stand der Sonne hat unter anderem einen Einfluss auf die Tier-und Pflanzenarten, die sich nachher in der Gartenarche einfinden werden. Es gibt Tiere und Pflanzen, die bevorzugen eher schattige Plätzchen und es gibt Tier- und Pflanzenarten, die lieben die Sonne. Hier kann man ein wenig steuern, welche Arten von Tieren und Pflanzen man am liebsten haben möchte.

Was brauche ich für die Gartenarche

Ein Biotop eignet sich als Mittelpunkt der Gartenarche. Es sieht nicht nur schön aus und wertet damit den Garten auf, sondern bietet auch jede Menge Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Tiere. Selbstverständlich können auch mehrere kleinere Biotope gegraben werden, um die Vielfalt zu erhöhen und um für ein wunderschön harmonisch verspieltes Gesamtbild zu sorgen. Ein kleiner Tümpel bietet unter anderem Kaulquappen, Wasserflöhen und Libellen einen attraktiven Lebensraum. Wichtig beim Bau einer Gartenarche ist, dass ausschließlich natürliche Materialien verwendet werden. So bietet sich zum Beispiel der Bau einer Flechtwand an. Sie kann mit Lehm verputzt werden und bietet vielen Tieren und Insekten Möglichkeiten zum Nisten. Um die Wand trocken zu halten, sollte Sie Richtung Süden gebaut werden. Darüber hinaus können an den verschiedensten Stellen Vogelkästen aus Holz in verschiedenen Größen und Höhen aufgestellt werden. Für den Bau einer Gartenarche benötigt man vier etwa 2 m lange Kanthölzer, vier in der Größe dem Kantholz entsprechende Einschlaghülsen, mehrere Bretter mit einer Länge von 1 m und einer Breite von 35 cm, einige kürzere Bretter oder Latten, Dachpappe sowie geeignetes Nistmaterial. Dazu zählen Tonziegel, Holzscheite, Schilf, Bambusrohre, Stroh und ähnliches Naturmaterial. Zum Schutz und zur Stabilisierung kann auch Kaninchendraht sinnvoll sein.

So wird's gemacht

Zunächst wird aus den Kanthölzern und einigen Brettern eine stabile regalähnliche Konstruktion zusammengefügt und mit den Einschlaghülsen gleich vor Ort fest verankert. Als Standort für die Bartenarche eignen sich besonders sonnige, aber dennoch von Witterungseinflüssen geschützte Stellen. In dem Holzgerüst werden dann mehrere Bretter waagerecht angebracht und die dadurch entstehenden Fächer mit kürzeren Brettern oder Latten weiter unterteilt. Auch die Seitenbereiche des Gerüsts können mit Brettern verkleidet werden. Als Dach werden zwei Bretter rechtwinklig zusammengefügt, mit Dachpappe überzogen und oben auf den Holzkasten aufgesetzt.

Das Finish

Nun können die einzelnen Fächer mit Nistmaterial gefüllt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die schwereren Materialen in den unteren Bereich der Bartenarche kommen und sich das Gewicht gleichmäßig verteilt. Zu den schweren Materialien zählen Tonziegel, die Hohlräume aufweisen, sowie auf die passende Länge zugeschnittenen Holzscheite. In diese werden an einer Schnittfläche unterschiedlich große Löcher gebohrt. In die anderen Fächer werden jeweils kleinere Holzstücke, Zweige, Schilf und Bambusrohre eingefüllt, die auf eine der Tiefe des Kastens entsprechende Länge gebracht wurden. Die Öffnungen der verschiedenen Hohlräume sollten dabei stets nach vorne gerichtet sein. Zum Schluss  kann zum Schutz vor Spechten und anderen Tieren an der Bartenarche noch Kaninchendraht befestigt werden.

Die Fantasie kennt keine Grenzen

Eine Gartenarche ist nicht nur eine Möglichkeit, der Natur etwas Gutes zu tun, sondern auch eine Ausdrucksform persönlicher Kreativität. Man muss sich nur vorstellen können, was Tiere und Pflanzen mögen. Auf diese Weise kommen einem sehr schnell weitere Ideen in den Sinn, wie man die Gartenarche am besten gestaltet.

Quelle verwendeter Fotos: © Karina Baumgart - Fotolia.com